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Ev. Kirchengemeinde Plettenberg

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Wir wollen:

- junge Menschen auf ihrem Lebensweg begleiten und ihnen Raum geben, ihre Persönlichkeit und ihre Stärken zu entfalten.

- junge Menschen zu einer Beziehung zu Jesus Christus einladen, damit sie ein tragfähiges Fundament für ihr Leben haben.

- jungen Menschen Gemeinschaft bieten, die ihnen unter anderem Hilfe bei ihren Fragen und Problemen gibt.

- jungen Menschen die Schönheit dieser Welt, die Vielfältigkeit der Geschöpfe, die Chancen von Mitbestimmung aufzeigen und sie stark machen gegen jede Form von Ausbeutung und Rassismus.

Die Jugendetage ...

... ist offen für alle Jugendlichen ab 13 Jahren am Donnerstag von 18 bis 20.30 Uhr (mit jugendgerechter Andacht, Snacks, Spiel und Spaß) und am Freitag von 13 bis 16 Uhr (gemeinsames Mittagessen, Hausaufgaben, offenes Programm).

Wer die Räume darüber hinaus nutzen möchte, beispielsweise für eine Geburtstagsfeier oder einen Filmabend, oder wer ein Geburtstagsgeschenk im sehr gut ausgestatteten Werkraum gestalten mag, kann sich bei Dominik Rienäcker melden:

Mail: dominik.rienaeckerdontospamme@gowaway.ekgp.de - Mobil/Whatsapp 0151 412 695 56

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Dominik Rienäcker - Jugendreferent

Ev. Kirchengemeinde Plettenberg
Jugendbüro im Dietrich-Bonhoeffer-Haus
Lehmkuhler Straße 16
58840 Plettenberg

Telefon: +49 2391 6086998

eMail Nachricht schreiben ...

„Ein Ort, an dem ich sein kann wie ich bin!“

Neue Jugendetage hoch über den Dächern von Plettenberg – Wohnwoche mit acht Jugendlichen


von Manuela Winkemann

60 Stufen sind es im Dietrich-Bonhoeffer-Haus bis in den dritten Stock. „Jeder der reinkommt, findet es wunderschön, mit Ausnahme der Treppen. Aber nach einem Glas Cola ist der Aufstieg vergessen“, schmunzelt Jugendreferent Dominik Rienäcker. Oben angekommen erwartet den Besucher eine phantastische Aussicht über Plettenberg. Auf rund 130 Quadratmetern präsentiert sich seit Beginn des Jahres ein neues Angebot der evangelischen Kirchengemeinde für Jugendliche ab 13 Jahren: Die „Jugendetage“. Hier hat Rienäcker auch sein Büro. Sein Konzept: Spontan und flexibel sein; keine festen Strukturen; kein Programm. Das klassische Bild von Jugendarbeit seien Gruppen mit festen Zeiten. „Genau das mache ich nicht“, betont der 30-Jährige. „Wir wollen kurzfristig, individuell und offen bleiben, uns auf die Jugendlichen und ihre Lebenswelt einstellen.“ Fängt der Jugendkreis um 18 Uhr an, können die, die vorher noch einen anderen Termin haben, einfach später dazustoßen. Finden sich zu wenig Mitspieler für einen geplanten Spieleabend, wird kurzerhand umdisponiert und ein Filmabend daraus. Meistens ist spontan auch noch Pizza im Eisfach. „Es ist alles da. Und es ist einfach alles möglich, es muss nichts geplant sein. Frei nach dem Motto: Kommt einfach, irgendetwas Cooles wird schon passieren“, macht Dominik Rienäcker deutlich. Gerade kürzlich ist „etwas Cooles passiert“: Bereits zum zweiten Mal gab es die „Wohnwoche“, zu der sich vier Mädchen und vier Jungen einquartiert haben.

Morgens um sechs klingelt der Wecker, um halb sieben frühstücken alle gemeinsam bevor jeder zur Schule geht. Nachmittags kochen die jungen Leute zusammen und überlegen gemeinsame Aktionen. Auch die Hausaufgaben werden nicht vergessen. „Wir übernehmen selbst Verantwortung. Wir machen ja keinen Urlaub hier. Aber es ist eine andere Atmosphäre, wenn man es zusammen macht“, berichtet die 16-jährige Amelie Jatta. „Man ist einfach motivierter. Außerdem ist der Alltag eintönig und voller Stress, hier gibt es Abwechslung“, ergänzt ihre gleichaltrige Schulfreundin Lorena Kühnl. Kurzum: „Man kriegt den Kopf vom Alltagsstress frei“, wirft Torben Kniewel ein. Dazu bei tragen sicher auch Andachten, gemeinsames Singen und Musizieren sowie ein gemeinsamer Gottesdienstbesuch.
Auf dem Tisch stehen Nudeln mit Bolognesesoße. Immer wieder klingelt es, trudeln die anderen nach und nach von der Schule ein. Amelie kommt mit dem noch dampfenden Schokoladenpudding ins Esszimmer. „Viele sind verwundert, dass wir mit Leuten zusammenwohnen, die wir nicht kennen“, berichtet die Gymnasiastin von Reaktionen aus ihrem Umfeld und fügt direkt persönliche Vorteile dieser Aktion an: „Es macht einen sehr viel offener. Man tritt aus seiner Komfortzone heraus, probiert Neues aus und lernt Gleichgesinnte kennen.“ Lukas Niederlohmann ist eher schüchtern, aber hier in der Gemeinschaft fällt es ihm leicht, über seinen Schatten zu springen. „Wir verstehen uns super. Und es fühlt sich an wie Wohnen, als sei man hier zu Hause“, freut sich der 15-Jährige. Amelie schiebt hinterher: „Man fühlt sich direkt aufgehoben, weil es Ansprechpartner gibt für das, was man auf dem Herzen hat. Man kann über alles reden, auch über Themen, über die man so nicht sprechen würde. Man vertraut mehr und mehr.“
Dominik Rienäcker freut sich, denn die Jugendlichen bringen die Ziele des Projektes genau auf den Punkt: „Wir wollen ein offenes Haus sein und einen Raum bieten, in dem Leute erkennen, dass wir für sie und ihre Fragen und Probleme da sind. Mein Wunsch ist es, den Jugendlichen ein zweites Zuhause zu schaffen. Einen Ort, an dem ich sein kann wie ich bin, und wo ich nichts verstecken muss.“ Sein T-Shirt vermittelt recht demonstrativ ein weiteres Anliegen: „Let's talk about Jesus“ (Lass uns über Jesus reden). Ihm sei es wichtig, dass das Angebot einen christlichen Rahmen habe. Rienäcker erinnert sich, in seinem Leben selbst oft Gottes Hilfe erlebt zu haben. „In der Kirche konnte ich sein wie ich bin. In der Schule war das nicht möglich.“ Genau dieses Erleben sei Antrieb für ihn. „Ich will den Jugendlichen ein Zuhause geben und ihnen Gott als besten Freund zeigen, den man haben kann. Das steht in meinem Herzen dahinter“, vermittelt der Jugendreferent. Es kann sein, dass sich während der Mahlzeiten Gespräche über Gott und den Glauben ergeben. „Da reden wir über Autos und plötzlich haut Dominik ein christliches Thema raus“, lacht Torben Kniewel. Der 16-Jährige macht eine Ausbildung zum Mechatroniker. Nach seiner Konfirmation habe er die Kirche aus den Augen verloren, meint er. Im Sommer lud ihn ein „Kollege“ zur Jugendfreizeit nach Schweden ein, Dominik Rienäcker dann zur Wohnwoche. Jetzt sitzt er mit Gleichaltrigen zusammen und redet über „Gott und die Welt“. Er selber gehe immer auf solche Gespräche ein, sagt er, und auch die anderen betonen, sich gern darüber zu unterhalten. „Es passiert im Alltag, es geht um mich. Und es hat den einen oder anderen auch weitergebracht“, weist Rienäcker auf Qualität und Tiefe der Begegnungen und Unterhaltungen hin. Da kann es durchaus passieren, dass es abends später wird. Die Wohnwoche soll auf jeden Fall ein regelmäßiges Angebot bleiben und im kommenden Frühjahr wiederholt werden.
Feste Zeiten gibt es mittlerweile aber nun doch. „Termine scheinen dazuzugehören. Die Jugendlichen wollen ja auch wissen, ob etwas stattfindet und wer da ist“, erklärt sich Rienäcker. Donnerstag und Freitag haben sich zu festen Treffs entwickelt und werden gut angenommen. „Immer öfter werde ich angerufen: Ist jemand da?“, ist der Jugendreferent von der zunehmenden Resonanz begeistert. Zusammen kochen, Hausaufgaben machen, spontane Aktionen planen – das alles passiert auch über die Wohnwoche hinaus. „Die meisten finden das gut und cool hier“, freut sich Rienäcker. Für ihn ist mit der Jugendetage ein Traum in Erfüllung gegangen. Hoch oben über den Dächern von Plettenberg.

[Manuela Winkemann/maw]